
Badminton
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| Manche im Verein haben den Federballern
eine solche Hartnäckigkeit nicht zugetraut, und vielleicht
war auch ein bißchen Wunschdenken dabei, denn der eine
oder andere hat schon ein wenig an das Märchen geglaubt,
daß das doofe Klopfen “links und rechts vom Netz” so
etwas wie ein Virus sein soll, der die anderen Sparten ein
bißchen verdrängt. Wie sonst ließe sich
erklären, weshalb die vor Jahren im Anschluß statt-
findende Bewegungstherapie “Morsche Knochen und Co” dieselben
nicht mehr zu schwingen versucht? Jedenfalls sind freitags häufig sieben wackere Schwaben mehr oder weniger regelmäßig auf dem Weg zur Turnhalle. Der Alterspräsident geht schon früh zu Fuß Richtung Niebelsbach Süd, weil er Angst hat, daß er nur zweiter ist, wenn er erst eine halbe Stunde vor Beginn des Trainings vor Ort ist. Allerdings besticht er im Spiel durch die unnachahmliche Grazie seiner Bewegung, gelegentlich schwingt er sich gar auf, den sterbenden Schwan zu imitieren in Mimik und Gestik, was wohl häufig dann geschieht, wenn er wieder einmal mit Erfolg dem heranfliegenden Federball nur seinen eigenen Kopf entgegen zu stellen vermag, nach dem Motto, “den ignoriere ich noch nicht einmal ...”. Ein weiterer Beuteschwabe tut sich dadurch hervor, daß er während der erholsamen Spielpause an der Kletterwand hängt und seinen Rücken dehnt, dabei aber sichtlich sorgenvoll an den Kunden denkt, der ihm ein frühes samstagmorgendliches Erscheinen angedroht hat, nachdem er bereits freitagabends bis 18 Uhr 34 dafür gesorgt hat, daß der Rücken unter der Motorhaube auch so krumm gebogen wird, daß die Kletterwand als einzige Therapie angesehen werden muß und jedes beendete Spiel in der Äußerung gipfelt, “eigentlich kennte mer jetz hoimgeh”. Das gilt so etwa ab dem 2. Spiel. Wenn wir akzeptieren, daß die Geschichte im ehemaligen Schwabenland spielt, dann ist fast jeder ein Dachtraufschwabe, aber dieser eine da ist dann eigentlich ein Beuteschwabe. Ausmaße wie Pinocchio, ist er der einzige, der seinen Gegner, obwohl an Lebenserfahrung einen Tag jünger als der Motorhauben-Dachtraufschwabe, mindestens ebenso “gnitz” versteht, seine Beine in die eine Richtung zu bewegen, während der Rest des Körpers sich in die andere Richtung orientiert. Wie soll da je ein Spielgegner wissen, wo der überwiegende Teil des gummiknochenflexiblen Körpers jetzt wirklich hin will ? Jedenfalls ist dem bisher noch kein - schwäbisches - Kraut gewachsen. Dann ist da noch Herr D. aus D., der an seine Anwesenheit nur dadurch zu erinnern pflegt, daß er seine Abwesenheit gelegentlich nutzt zu freundschaft- lichen Besuchen, um der Spielgemeinschaft einen weiteren Krankenschein vorzulegen. Er ist eher der Typ “geländegängig”. Bei der Bundeswehr wird seine bevorzugte Gangart “Tiefes Kriechen II” genannt, und dabei bietet er dem Gegner nicht nur die ungeschützte Brust, sondern gelegentlich auch die empfindlichen Knochen zum Härtetest. Wenn es dunkel wäre, könnte man seine Position noch immer ahnen, da er durch urschreiartige Laute dem Gegner Signale seines Wohlbefindens übermittelt. Ganz ähnlich verhält es sich mit einem bajuwarischen Altimport, der auch immer wieder den Fußboden für seine Kamelnummer zu nutzen versteht. Dies funktioniert - erstaunlicherweise - immer wieder, nicht zuletzt zur Freude der Zuschauer. Dabei wird ein imaginärer Reiter zunächst in Rückenlage abgestreift, im nächsten Akt Vorder-, dann schließlich Hinterhufe angezogen, es folgt - nach ausgewogener Gewichtsverlagerung - eine halbe Umdrehung in Bauchlage, so daß endlich eine manierliche Position erreicht ist, so wie bei einem Hund, der gerade im Begriffe ist, ein Beinchen heben zu wollen. Dann beginnen die vorderen Extremitäten sich in Bewegung zu setzen in Richtung zu den hinteren, es folgt genau jetzt ein nicht genau zu interpretierendes, aber durchaus beeindruckendes Geräusch, und siehe da, jetzt wird aus dem Hund ein Kamel, daher “Kamelnummer”, und nun plötzlich erhebt sich auf die Hinterhufe ein menschliches Wesen, oh Wunder, ein weiterer Federballer. Südliches Temperament beweist immer wieder ein Kraftbolzen, der ungeachtet der Besitzverhältnisse aus reiner Spielleidenschaft Schläger um Schläger opfert, dabei auch selbstlos immer wieder seinen eigenen, wie wenn er den Gšttern des Federballspiels durch seine Schlägeropfer ein Versöhnungsangebot machen wolle. Führt er je einen ungebremsten Schlag, was gelegentlich auch gekoppelt ist mit einem Treffen des Balles, geht auf Gegnerseite jeder in Deckung, denn der Ball kommt mit solcher Wucht, daß er quasi unsichtbar einschlägt. Das hat ihm nicht nur den Kosename “Don Motore” eingebracht, sondern ihn auch dem Verdacht ausgesetzt, daß der nicht etwa bei der Scuderia Ferrari unter Vertrag steht, sondern vielmehr bei der Firma Pfizer heimlich geführt wird als Lieferant für das Kraftfutter Viagra. Dann gibt es da noch den einen, großen, der mit unschuldigster Miene, deshalb auch liebevoll Pius genannt, die vertracktesten Aufschläge mutig in Angriff nimmt und deshalb sich selbst sowohl als auch seinen Gegner verwirrt, weil alles in der Halle nach dem Federball sucht, der sich aber schon lange ruhig im Netz wiegt und sich an der Verwunderung dessen weidet, der als Urheber dieses Überraschungsschlages gilt. Wahrlich in Rage bringen kann man diesen Spieler nicht, selbst wenn man ihn mit kleinen Speerspitzen zu kitzeln versucht, wie etwa durch ein absichtlich unleises und strategisch gemeintes : “Beim Pius immer kurz oder lang spielen.” Gutmütig steckt er es weg - die Vergeltung folgt dann gelegentlich mit einem überraschend geführten Schlag. So, da haben wir also diese sieben Unschwaben. Sie haben manches gemeinsam, die Freude am Flammkuchen,das Spiel, den Fez und Ulk und den wohlgemeinten Spott, der sich auch auf den einzigen Schwaben von Geburt immer wieder ergießt, ein Bewohner des Hypothekenhügles, Freund des Genusses, wofür er gelegentlich gehänselt wird, sei es ob des ihn zur gebremsten Beweglichkeit verdammenden Spitzbauchs oder der manchmal ungeniert zum Ausdruck gebrachten Knoblauch- und ähnlichen Ausdünst- ungen, die den Gegner - wenn als Nahkampfwaffe eingesetzt - auf jeden Fall zum Nachdenken darüber anregen, ob er die Annäherung an den Gegner bis zum Netz fortsetzen soll unter Gefahr für Leib und Leben, oder mindestens die eigene Gesundheit - oder lieber gleich den Ball verloren geben. Jedenfalls sind die geschilderten Individuen ein Team, das unterschiedlicher nicht sein könnte, jeder auf seine Art unnachahmlich und ein Unikat. Daß die Kameradschaft nicht zu kurz kommt, dafür sorgt die Mannschaft immer wieder durch unauffällig organisierte Unternehmungen. Was aber besonders schön ist, ist die Tatsache, daß noch nie ein Spieler, der einmal integriert war, das Team wieder verlassen hat. Obwohl die Turnhalle alles andere als geeignet ist für Federball - oder auf neudeutsch “Badminton” - da sie viel zu nieder ist und mit einem einzigen Spielfeld oftmals zu 200% ausgelastet ist, haben uns unsere auswärtigen Gegner auf heimischem Feld zu fürchten gelernt; oder sollte es andere Gründe dafür geben, daß keiner mehr gegen uns antreten will? Schade, daß trotz des vorhandenen Interesses an diesem Freizeitsport Werbung dafür eigentlich sinnlos ist, denn es müßten alle neugeworbenen Sportsfreunde auf dem Wartebänkchen auskühlen, bis gerade vier Spieler ihr Spiel geendet haben. Für 2er-Spiele gibt es überhaupt keine Möglichkeit aufgrund der regen Teilnahme an dieser Sportart. Aber wer weiß, vielleicht sind wir auch deshalb noch nicht auf die Idee gekommen, daß wir alle älter geworden sind, weil beim Doppelspiel die vielen Wehwehchen die da und dort auftreten, nicht so sehr auffallen. So bleiben wir also schön unter uns und spielen freitäglich weiter. Vielleicht trägt man uns einmal als die Mannschaft “Das Fähnlein der Sieben Aufrechten” (und des einen Krummen) gemeinsam aus der Turnhalle. (Badminton ab 12 Jahren) Jürgen Mitschele |
Badminton
Freitag: 19.00 bis 20.30 Uhr

Leitung: Jürgen Mitschele
Badminton für Kinder (ab 12 Jahre)
Mittwoch: 17.30 bis 18.30 Uhr
Leitung: Andre Brenk
Badminton - Mix
Mittwoch: 18.30 bis 20.00 Uhr
Leitung; Andy Dharsono
Freitag: 19.00 bis 20.30 Uhr
Leitung: Jürgen Mitschele
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Mittwoch: 17.30 bis 18.30 Uhr
Leitung: Andre Brenk
Badminton - Mix
Mittwoch: 18.30 bis 20.00 Uhr
Leitung; Andy Dharsono



